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Mama, Papa… Kind! Für Paare ist die Schwangerschaft eine unglaublich spannende Zeit – die Zeit des großen Wartens um ihr Glück perfekt zu machen. So schön der Gedanke an das eigene Kind ist, zahlreiche Paare fürchten sich vor der Geburt und den damit verbundenen Strapazen. Viele wünschen sich dabei eine fachkompetente und gleichzeitig liebevolle Hebamme, die sie durch die aufregenden Wochen und Monate der Schwangerschaft begleitet und ihnen mit bestem Wissen und Können zur Seite steht.

Als einer der ältesten Berufe der Menschheitsgeschichte ist weitgehend bekannt, dass Hebammen am Geburtsprozess beteiligt sind. Aber wissen doch die wenigsten Personen, wie vielfältig die Aufgaben und wie wichtig der Beruf der Hebamme für unsere Gesellschaft eigentlich ist. Der technische Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte offenbarte aufschlussreiche Erkenntnisse und ermöglicht heute eine medizinische Überwachung von Schwangerschaft und Geburt. Nicht verändert dagegen hat sich dabei der natürliche Verlauf von Schwangerschaft und Geburt.

Um werdenden Eltern auf diesem langen und spannenden Weg immer professionell zur Seite zu stehen, fängt die Hebammenhilfe bereits in der frühen Schwangerschaft an und endet erst viele Wochen nach der Entbindung. So entsteht für werdende Eltern oft eine enge Verbindung zu ihrer Hebamme, die sie nicht nur über einen langen Zeitraum, sondern auch in einer unvergesslichen Zeit begleitet.

Hebammen und ihre Tätigkeitsbereiche

Schwangere haben rechtlichen Anspruch auf Schwangerschaftsvorsorge. Die Vorsorge beim Gynäkologen umfasst insgesamt drei Ultraschalluntersuchungen.

Der erste Ultraschall wird zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche vorgenommen und ist für die werdenden Eltern ein großer Moment, denn sie können so zum ersten Mal ihr Kleines sehen und erhalten meist schon ihr erstes Ultraschallbild. Der betreuende Arzt oder die betreuende Ärztin achtet dabei vor allem auf die Entwicklung, Vitalität und Herztöne des Fötus, auf eventuelle Auffälligkeiten und vergewissert sich, ob es sich womöglich um eine Mehrlingsschwangerschaft handeln könnte. Zudem wird der voraussichtliche Entbindungstermin errechnet. Alle Ergebnisse und Werte von Mutter und Kind werden im Mutterpass notiert. Den Mutterpass sollten Schwangere ab diesem Moment immer bei sich tragen. Sollte es zu einem Notfall kommen, sind Dritte über die vorliegende Schwangerschaft und eventuelle Risiken sofort informiert.

Mit großer Vorfreude geht es zwischen der 19. und 23. Schwangerschaftswoche zum zweiten Ultraschall. Diesmal ist das Ungeborene schon viel deutlicher auf dem Monitor zu erkennen und in einigen Glücksfällen kann sogar schon das Geschlecht des Kindes festgestellt werden. Für den Arzt oder die Ärztin ist diesmal die zeitgerechte und körperliche Entwicklung des Ungeborenen relevant, die Vitalität und natürlich wieder die Herztöne. Aber auch die Menge des Fruchtwassers, der Sitz und die Struktur der Plazenta (Mutterkuchen) und der allgemeine Zustand der Mutter sind wichtig und werden untersucht. Wie bei allen Vorsorgeuntersuchungen werden bei Auffälligkeiten entsprechend weitere Untersuchungen vorgenommen. Durch unterschiedliche Methoden der sogenannten pränatale Diagnostik kann bereits vorgeburtlich auf vorliegende Risikofaktoren eingegangen werden. Diese könnten das höhere Alter der Mutter sein (35+) oder eine genetische Vorbelastung. Jedoch sind einige Methoden der pränatalen Diagnostik nicht ganz unriskant, da sie invasiv durchgeführt werden – dazu gehört zum Beispiel die Fruchtwasseruntersuchung oder die Nabelschnurpunktion. Die Entscheidung sollte erst nach Beratung mit dem Gynäkologen/der Gynäkologin und nach Rücksprache mit dem Partner getroffen werden.

Die dritte und letzte reguläre Ultraschalluntersuchung findet zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche statt. Mittlerweile sichtbar schwanger, werden wieder Sitz und Struktur der Plazenta (Mutterkuchen) und die Menge des Fruchtwassers in Augenschein genommen. Neben den routinemäßigen Untersuchungen der Lebenszeichen und der zeitgerechten und körperlichen Entwicklungen des ungeborenen Babys, wird diesmal auch besonders auf die Lage des Kindes im Uterus (Gebärmutter) geachtet. Da es nur noch wenige Wochen bis zur Entbindung sind, sollte sich das Baby zu diesem Zeitpunkt gedreht haben und mit dem Kopf nach unten liegen. Wenn dies nicht der Fall ist, muss es nicht unbedingt ein Grund zur Sorge sein. Denn was nicht ist, kann noch werden. Wahrscheinlich wird wenige Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin ein weiterer Ultraschall vorgenommen, um die Lage des Kindes zu kontrollieren.

Mit Ausnahme der Ultraschalluntersuchungen können allerdings auch Hebammen alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen vornehmen und bei den nachfolgenden Punkten aktiv werden: Das Errechnen des Geburtstermins, Blut– und Urintests, vaginale Abstriche, sämtliche Tastuntersuchungen am Bauch der Mutter zum Ertasten der Lage und Entwicklung des Kindes und des gesamten Geburtsverlaufs bis hin zum Ausstellen des Mutterpasses. Bescheinigungen zum Thema Mutterschutz (für den Arbeitgeber) oder Mutterschaftsgeld (für die Krankenversicherung) können ebenfalls von Hebammen ausgehändigt werden.

In der Regel nehmen Schwangere mindestens 12 Vorsorgetermine während ihrer Schwangerschaft wahr. Bis zur 32. Schangerschaftswoche im 4–Wochen–Takt, danach alle 2 Wochen und bei Überschreitung des Geburtstermins jeden zweiten Tag.

Bei Auffälligkeiten in der Schwangerschaft, die von der Hebamme oder ärztlich regelmäßig kontrolliert und beobachtet werden müssen, kann sich die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen noch einmal erhöhen.

Fachliteratur für (werdende) Eltern

Wichtige Nährstoffe in der Schwangerschaft

Erstausstattung: Schwangerschaft, Geburt und Baby
In Geburtsvorbereitungskursen bieten Hebammen Schwangeren und ihren Partnern die Möglichkeit, Fragen und Sorgen zu besprechen. Das körperliche und seelische Einstimmen auf bevorstehende Zeiten ist fraglos etwas ganz besonderes. Denn langsam wird klar, dass aus Partnerin und Partner bald Mama und Papa werden. Eine große Umstellung, die für viel Aufregung sorgen kann.

In überschaubaren Gruppen wird Wissenswertes zum Schwangerschafts– und Geburtsverlauf erklärt. Die Vertiefung folgender Themen sind dabei immer wichtig: richtiges Atmen und Atemübungen, Entspannungsübungen und Massagetechniken, das Erklären der unterschiedlichen Geburtsphasen und –positionen. Gleichermaßen wird die Zeit nach der Entbindung thematisiert: richtiges Stillen, die Pflege der Brust und die Versorgung des Säuglings.

Die Kosten für die schwangeren Frauen werden von den Krankenkassen übernommen, die Abrechnung erfolgt dann direkt zwischen der Hebamme und der Kasse. Hingegen müssen die werdenden Väter – in den meisten Fällen – die Kosten selber tragen.

Alles, was in die Kliniktasche gehört

Kliniktasche, Ihre Checkliste
Zur Wochenbettbetreuung kommt die Hebamme zur frischgebackenen Familie nach Hause. Die Hebamme steht den Eltern und vor allem der Mutter bei Fragen und Sorgen zur Seite. Sie berät und unterstützt, bestärkt die Eltern im Umgang mit dem Neugeborenen und gibt Tipps zum Stillen (oder zur Flaschennahrung). Ganz wichtig sind abschließende, körperliche Untersuchungen bei der Mutter. Da Schwangerschaft und Entbindung eine enorme Belastung für den weiblichen Körper bedeuten, überprüft die Hebamme körperliche Veränderungen und Rückbildungsprozesse.
Auch das Neugeborene wird genau unter die Lupe genommen. Die Hebamme untersucht beim Baby u.a. den Abheilungsprozess des Nabels, überprüft das Trinkverhalten und die Gewichtszunahme sowie andere, wichtige körperliche Veränderungen.

Jede Frau hat mindestens 10 Tage Anspruch auf diese Hebammenhilfe.
Bei Problemen (z.B. Stillschwierigkeiten, Wundheilungsstörungen, verzögertes Abheilen des Nabels, Rückbildungsverzögerungen) kann sich diese Hilfe auf bis zu acht Wochen ausweiten.

Rund ums Wochenbett

Wichtige Produkte für die Stillzeit
Hebammenpraxen bieten werdenden Eltern Kurs– und Beratungsangebote rund um die Schwangerschaft, Geburt und die Zeit nach der Entbindung. Meist sind mehrere freiberufliche Hebammen in einer Praxis tätig – dementsprechend können ihre fachlichen Schwerpunkte und Kursangebote variieren.
Damit die Hebammen ihr Fachwissen an die (werdenden) Eltern weitergeben und in wichtigen Entscheidungsprozessen unterstützen können, sind die Kursgrößen idealerweise überschaubar. Man sollte sich frühzeitig (ab der 16.–18. Schwangerschaftswoche) zumindest nach dem optimalen Anmeldedatum erkundigen.
Bei der Hebammenarbeit in der Praxis geht es oftmals darum, den Schwangeren (und auch ihren Partnern) Ängste zu nehmen und ihre Intuition und ihr Bauchgefühl zu stärken.
Einige Praxen verfügen sogar über ein Geburtszimmer. Dabei stehen die Wünsche der Gebärenden im Vordergrund. Bei außerklinisch stattfindenden Geburten können Hebammen (einfacher als in Kliniken) den Gebärenden eine individuellere Geburt ermöglichen. Dadurch, dass sich Hebamme und Gebärende seit Monaten kennenlernen konnten, hat sich ein Vertrauen aufgebaut, das unter der Geburt maßgeblich zum Tragen kommt. Es steigert bei der Gebärenden das Gefühl, sich im Geburtsprozess richtig gehen lassen zu können und hilft, die notwendige Konzentration und Kraft aufzubringen.


Kurs– & Beratungsangebote

Während der Schwangerschaft:
Beratungen zur Pränataldiagnostik, Schwangerenvorsorge, Körperübungen für Schwangere, Geburtsvorbeitungskurse (auch für Paare), homöopathische Behandlungen, Aromatherapie und Babypflegekurse. Außerdem Beratung und Massagen bei Schwangerschaftsbeschwerden, Schwangerenberatung, Geburtsvorbereitungskurse, geburtsvorbereitende Akupunktur, Yoga für Schwangere, Erste–Hilfe–Kurse beim Säugling sowie Geschwister–Kurse.

Nach der Entbindung:
Wochenbettbetreuung, Rückbildungsgymnastik, Stillberatung, Babymassage–Kurse.

Mutter & Kind-Angebote:
Krabbelgruppen, Fitnesskurse, besondere Eltern–Kind–Programme (z.B. PEKiP).
Geburtshäuser erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und nehmen mittlerweile einen festen Platz im deutschen Gesundheitssystem ein.
Sie haben ihren ganz eigenen Charakter, verbreiten eine wohnliche Atmosphäre und stellen eine tolle Alternative zu Geburtskliniken dar. Individualität wird hier großgeschrieben, die Räumlichkeiten erinnern nicht an langgezogene Krankenhausflure, Medizin und Technik. Im Gegenteil: Geburtshäuser bieten Frauen die Möglichkeit, die Zeit vor, während und nach der Geburt in all ihrer Natürlichkeit zu erleben.
Eine umfassende, individuelle Betreuung für Schwangere (Schwangerenvorsorge ab der 16. Schwangerschaftswoche), Gebärende und Wöchnerinnen unter der medizinischen Leitung von erfahrenen Hebammen, fördert einen vertrauensvollen Umgang miteinander.
In einigen Häusern wird eine stationäre Wochenbettbetreuung angeboten (bis zu 6 Tage nach der Entbindung). Häufiger wird allerdings ambulant entbunden. Die frischgebackene Familie geht einige Stunden (bis zu 24 Stunden) nach der Entbindung wieder nach Hause. Für die anschließenden Nachsorgeuntersuchungen besucht die Hebamme dann die Familie.

Geburtshäuser sind ausgelegt auf Spontangeburten (normale Geburten) und prinzipiell interessiert an einer möglichst sanften Geburt ohne routinemäßige Medikamentenzugaben. Die Wahl der Gebärposition steht den Frauen frei – und es gibt viele Möglichkeiten. Ob im Gebärbecken (Wassergeburt), im Stehen, Knien, Liegen, mithilfe eines Tuches oder des Gebärhockers. Die wenigsten Frauen entbinden in Geburtshäusern auf dem Rücken liegend, wie es in Kliniken häufig der Fall ist. Natürliche Schmerzlinderung und eine selbstbestimmte, natürliche Geburt zeigen große Erfolge: Es werden seltener Dammschnitte vorgenommen und auch der Einsatz von Saugglocken oder Geburtszangen ist geringer als in Kliniken.

Die Bedenken, im Notfall keine sofortige, intensive Versorgung zu erhalten, hält jedoch viele Schwangere davon ab ihr Kind in einem Geburtshaus auf die Welt zu bringen. Diese Gedanken sind vor allem dann richtig, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft, eine Mehrlingsschwangerschaft, eine Schwangerschaft mit immer wiederkehrenden kritischen Phasen handelt oder das Ungeborene eine schwierige Geburtslage aufweist. Bei normalem Entwicklungsverlauf der Schwangerschaft für Mutter und Kind ist eine Entbindung im Geburtshaus meist genauso sicher wie in einer Geburtsklinik. Natürlich sind Hebammen dazu ausgebildet in Notsituationen Erste Hilfe einzuleiten und ärztliche Unterstützung anzufordern. Die Angebote und Ausstattungen von Geburtshäusern sind nicht überall dieselben. Deswegen sollte man sich immer vor Ort informieren.
Wieso sollte man eigentlich sein Kind nicht in heimischer Atmosphäre zur Welt bringen, wo es wenige Monate später das Krabbeln, Laufen und Sprechen lernen wird? Hausgeburten stellen — so wie die Entbindung im Geburtshaus — eine Alternative zur Entbindung in Geburtskliniken dar.

Eltern, die sich für diese Variante entscheiden, sollten sich bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche um eine Hebamme bemühen, die Hausgeburten durchführt.
Natürlichkeit und Selbstbestimmung stehen hier im Vordergrund. Hebamme und Eltern lernen sich schon durch die Schwangerschaftsvorsorge gut kennen. Das Vertrauensverhältnis ist eine ideale Voraussetzung für die Geburt, wobei es auf gute Zusammenarbeit ankommt. Manchmal führen Hebammen Hausgeburten auch zu zweit durch, damit sich eine Hebamme um die Mutter kümmern kann, während die andere das Neugeborene versorgt.

In Vorgesprächen zu Hausgeburten besprechen Hebammen natürlich auch ausschließende Kriterien. Diese können Allgemeinerkrankungen der Mutter sein (z.B. Diabetes), Mehrlingsschwangerschaften, eine ungünstige Geburtslage des Ungeborenen u.v.m. Hebammen treffen ihre Entscheidungen zum Wohle des ungeborenen Kindes und der Mutter. Schließt eine Hebamme also für eine Schwangere die Möglichkeit einer Hausgeburt aus, ist dies als ein Zeichen ihrer Professionalität zu verstehen.

Wie bei allen ambulanten geburtshilflichen Diensten, muss auch über bestehende Risiken gesprochen werden. So ist hier, wie auch bei der Entbindung im Geburtshaus, kein Operationssaal nebenan, falls eine Notsituation eintritt. Auch gibt es keine Säuglings–Intensivstation. Sobald sich aber Schwierigkeiten ankündigen, wird sich die Hebamme rechtzeitig um eine Verlegung in ein Krankenhaus kümmern, um damit verbundene Risiken abzuwenden.

Die entstandenen Kosten der Hausgeburt rechnet die Hebamme direkt mit der Krankenkasse ab. Allerdings sollte man im Vorwege abklären, ob die Krankenkasse der Versicherten auch die Bereitschaftspauschale erstattet. Denn einige Wochen um den errechneten Entbindungstermin herum, stellt sich die Hebamme auf die bevorstehende Geburt ein und steht den werdenden Eltern in dieser Zeit rund um die Uhr zum Abruf bereit.

In Deutschland finden rund 98% aller Geburten in Krankenhäusern statt. Die anderen 2% verteilen sich auf Geburtshäuser, Hausgeburten und in seltenen Fällen auch Arztpraxen.
Werdende Eltern haben die Qual der Wahl, wenn es um den Entbindungsort geht. Da Kliniken nicht gleichermaßen ausgestattet sind und ein und dasselbe medizinische und technische Angebot anbieten, sollte man sich zunächst fragen, worauf es für einen persönlich im großen Moment ankommt.
Wenn mehrere Kliniken zur Wahl stehen, sollte man unbedingt das Angebot einer Kreißsaalbesichtigung/Informationsveranstaltung in Anspruch nehmen. Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten gibt werdenden Eltern ein erstes Gefühl für die dortige Atmosphäre und gleichzeitig können sie ihre Vorstellungen mit den Gegebenheiten abgleichen.

Vor allem Erstgebärende wollen auf Nummer sicher gehen und entscheiden sich deswegen oft für Entbindungskliniken. Die hohe medizinische und technische Ausstattung gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Im Notfall wären Ärzteteams sofort bereit Notkaiserschnitte durchzuführen und den meisten Entbindungkliniken sind Frühgeborenenstationen angeschlossen. Die Hebammen arbeiten rund um die Uhr im Schichtdienst. Auch wenn die Hebammen die Geburten durchführen, wird in Entbindungskliniken fast immer ein Arzt/Ärztin zur Geburt dazu gerufen.
Die Ausstattung der Kreißsäle hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Ein wohliges Ambiente, breite Gebärbetten, Gebärwannen, Tücher, Seile, Pezzibälle und Sprossenwände finden sich mittlerweile in fast jeder Entbindungsklinik.
Ob mit oder ohne Schmerzmittel, diese Entscheidung liegt bei den Müttern. Immer beliebter (auch bei Kaiserschnitten) ist die PDA. Die Abkürzung steht für die „Periduralanästhesie". Hier werden von einem Anästhesisten die Nervenfasern für den Unterbauch und Beine mit einem Lokalanästhetikum (teilweise) betäubt. In der Form sind die Wehen leichter zu ertragen aber trotzdem noch spürbar, so dass die Frauen unter der Geburt gut mitarbeiten können. Bei einem Kaiserschnitt erfolgt natürlich eine komplette Schmerzabschaltung.
Ein beruhigender Gedanke. Das finden auch rund ein Viertel aller Gebärenden in Entbindungskliniken und entscheidet sich für diesen Eingriff.
Wenn Mutter und Kind nach einer Entbindung wohlauf sind, werden sie nach ca. zwei Stunden auf die Wöchnerinnenstation verlegt. Je nach Wunsch und postnataler Entwicklung, Verlauf und Befindlichkeit von Mutter und Kind, bleiben sie bis zu fünf Tage auf der Station. Dort finden regelmäßige Visiten und notwendige erste Untersuchungen des Neugeborenen statt. Außerdem haben die frischgebackenen Mütter jederzeit die Möglichkeit, Schwestern und Hebammen um Rat und Hilfe (z.B. bei Stillproblemen) zu bitten. Viele nutzen auch die Gelegenheit, ihr Baby über Nacht den Kinderschwestern anzuvertrauen um eine Mütze voll Schlaf zu bekommen.

Neben Geburtskliniken besteht außerdem die Möglichkeit einer Entbindung in einem Perinatalzentrum. Dies sind meist große Universitätskliniken, die häufig über Neugeborenenintensivstationen verfügen. Dort sind vor allem Frauen mit Risikoschwangerschaften gut aufgehoben.

Hat man sich für eine Beleghebamme entschieden, steht somit auch die Geburtsklinik meist fest. Denn Beleghebammen sind vertraglich an eine (oder mehrere) Geburtskliniken gebunden. Oder sie arbeiten als freiberufliche Hebammen in einem Belegsystem im Krankenhaus. Dies gewährleistet ebenfalls eine Rundum–Betreuung in der Klinik. An dieser Stelle wird auch der Vorteil zu Entbindungskliniken deutlich, in denen Hebammen im Schichtsystem arbeiten. Zieht sich eine Geburt deutlich über den Schichtdienst einer Hebamme hinaus, wird die nachfolgende Hebamme die Geburt übernehmen und leiten.

Eine ambulante Entbindung ist in allen Kliniken möglich. Wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, können die Mutter und ihr Neugeborenes schon einige Stunden nach der Geburt wieder nach Hause gehen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Eltern im Vorwege um eine Nachsorge–Hebamme gekümmert haben.
Doch auch nach einer ambulanten Geburt besteht immer die Möglichkeit, dass man noch ein bis zwei Nächte in der Klinik bleibt.
Früher oder später stellt sich werdenden Eltern die Frage, wie und wo sie ihr Kind am liebsten gebären möchten. Auch wenn sich heutzutage die meisten für eine Klinik entscheiden, löst der Gedanke an weiß geflieste Kreißsäle und fremde, wechselnde Hebammen Unwohlsein aus. Daher ist die Geburtsbegleitung durch eine Beleghebamme eine tolle Möglichkeit, die Geburt zusammen mit Vertrauten zu erleben.

Eine Beleghebamme ist eine freiberuflich arbeitende Hebamme, die mit (mindestens) einer Geburtsklinik einen Belegvertrag ausgehandelt hat oder in einem Belegsystem arbeitet.

Um eine Beleghebamme sollte man sich idealerweise frühzeitig kümmern (ab der 16. Schwangerschaftswoche), damit man sich schon während der Schwangerschaftsvorsorge kennenlernt und Vertrauen gewinnen kann.

Neben der allgemeinen Beratung und Schwangerenvorsorge bieten Beleghebammen verschiedene Leistungen an, wie z.B. Akupunktur, Stillberatung o.ä.
Drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin beginnt für die Beleghebamme die Rufbereitschaft. Sobald sich die werdenden Eltern auf den Weg ins Krankenhaus machen, informieren sie ihre Beleghebamme.
Für die Zeit der Rufbereitschaft fällt eine Pauschale für die Beleghebamme an. Über die Höhe der Kosten sollte man sich direkt bei der Hebamme erkundigen, denn nicht alle Krankenkassen übernehmen diese Kosten, manchmal werden sie dennoch teilweise erstattet. Nachfragen lohnt sich.

Ihr Dienst endet vorerst, wenn die Mutter nach der Geburt entweder auf die Wöchnerinnen–Station verlegt wird, oder — nach einer ambulanten Geburt — wieder nach Hause entlassen wird. Eine intensive, regelmäßige Wochenbettbetreuung im Hause der frischgebackenen Familie bildet dann den Abschluss der Betreuung.
Obwohl Familienhebammen seit über 25 Jahren in Deutschland praktizieren, wird ihnen erst jetzt besondere Aufmerksamkeit beigemessen. Ein vermehrtes Aufdecken von Kindesmisshandlungen und deren Bekanntmachung durch die Presse, erfordert konsequenterweise ein stärkeres politisches Engagement zur Bekämpfung und Lösungsfindung.

Für wen eignen sich Familienhebammen? Sogenannte Multiproblemfamilien stehen hier im Fokus. Dies adressiert alle Schwangeren und Mütter (Eltern) mit Kleinkindern unter einem Jahr, die angesichts erschwerter Rahmenbedingungen psychischen, physischen und/oder sozialen Belastungen unterliegen. Ein hohes Risiko und signifikante Umstände können sein: Sucht und Abhängigkeit der Mutter, Gewaltmilieu, chronische Krankheiten, minderjährige Schwangere/Mütter, Risikoschwangerschaften und Frühgeburten, Mütter aus Mutter–Kind–Einrichtungen sowie Schwangerschaften von sozial Benachteiligten (Sozialhilfeempfänger, Asylanten usw.). Auch soziale Problemstellungen, wie beispielsweise der Verdacht auf Kindesmisshandlung, behinderte Kinder, Straffälligkeit, Beziehungsprobleme der Eltern fallen u.a. in das Tätigkeitsfeld der Familienhebammen.

Ihre Aufgabe liegt darin, sich nicht nur um gesundheitliche Belange von Mutter und Kind zu kümmern, sondern langfristig emotionale und physische Risikofaktoren zu erkennen und diese zusammen mit den Beteiligten zu behandeln. Hierfür wird das gesamte Helfersystem in Anspruch genommen. Hier wird einmal mehr die Bedeutsamkeit von Hebammen in unserer Gesellschaft deutlich.

Eine Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, sowie die ersten Lebensjahre eines Kindes stellen eine besonders sensible Phase im Leben und die wahrscheinlich größte Herausforderung für Mütter, Väter, Kinder und manchmal auch für Großeltern, Freunde und Bekannte dar. Um eine gesunde Entwicklung zu fördern und präventiv eine schützende Hand über die Risikogruppe zu halten, erhalten erschwerenden Faktoren in dieser Lebensphase besondere Beachtung durch Familienhebammen.

Staatlich examinierte Hebammen können eine Zusatzqualifikation erwerben, deren Tätigkeit der Gesunderhaltung von Mutter und Kind dient. Der Hebammenberuf nimmt hier eine wichtige Schlüsselfunktion ein, denn sie bedienen Sozial– und Gesundheitswesen gleichermaßen.

Familienhebammen sind Teil eines interdisziplinären Netzwerks der „Frühen Hilfen". Die Weitervermittlung, sowie Begleitung zu weiterführenden Diensten, wie Erziehungsberatungsstellen, Schwangerschaftsberatungsstellen, Ärzten, Psychologen und dem Jugendamt gehört ebenso zu den Aufgaben der Hebammen, wie die enge Zusammenarbeit mit einschlägigen Institutionen, medizinischen Diensten und karikativen Einrichtungen.

Praktisch: Familienhebammen sind für jeden leicht durch oben genannte sowie soziale Einrichtungen zu erreichen und in Anspruch zu nehmen, um eine möglichst flächendeckende Betreuung garantieren zu können.
In Deutschland übernehmen alle Krankenkassen die reinen Geburtskosten (für Hebammenleistungen, sowie pflegerisches und medizinisches Material). Die Übernahme der Geburtskosten ist also nicht an den Ort der Entbindung gebunden.

Standardmäßig werden von gesetzlichen Krankenkassen auch anfallende Betriebskostenpauschalen in Geburtshäusern übernommen.

Entscheidet man sich für eine Beleghebamme, sollte man sich schon frühzeitig bei der Krankenkasse über die Übernahme der Kosten informieren. Hierbei geht es um die Kostenübernahme für die Rufbereitschaft. Nicht alle Kassen übernehmen diese. Die Beleghebamme kann die Höhe der Kosten genau benennen.

Rund um den Hebammenberuf

Die Versorgung mit Hebammenhilfe kann nach § 134a SGB V ab dem Bekanntwerden einer Schwangerschaft von jeder Frau in Anspruch genommen werden und ist weitgehend eine Leistung der Krankenkasse. Sie umfasst die Beratung und Betreuung während der Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Einzelne Krankenkassen erstatten ganz oder teilweise auch zusätzliche Hebammenleistungen. Dazu gehören beispielweise besondere Beratungen, Vorbereitungskurse für den Partner oder Akupunktur zur Geburtsvorbereitung durch die Hebamme. Um die jeweiligen Leistungen zu klären, sollte man sich direkt bei seiner Krankenkasse erkundigen.
In den ethischen Grundsätzen für Hebammen sind die Maßstäbe ihres Handelns festgelegt, denn sie arbeiten in einer gesellschaftlichen Verantwortung: die Wahrung der Menschenwürde, das Recht auf Selbstbestimmung der Frau sowie die Rechte des Kindes. Hebammen begleiten Frauen, Kinder, Partner und Familie während der Schwangerschaft, Geburt sowie Wochenbett. Unabhängig von Rasse, Kultur, Weltanschauung, gesellschaftlicher Stellung und Lebensführung sollen Frauen notwendige Hilfe und Unterstützung in Entscheidungsprozessen erhalten. Nach Bedarf von Mutter und Kind kooperieren Hebammen mit anderen Berufsgruppen zusammen. Ziel ihres Handeln ist immer die Gesundheit und das Wohlergehen, sie bieten Schutz vor körperlichen und seelischen Schäden der Frauen und ihrer Familien.

Hebammen tragen eine hohe Verantwortung ihrer Tätigkeiten. Dessen sind sie sich bewusst, sowie der Wirkung ihres Handelns und des Einflusses auf Schwangere und Gebärende in dieser sensiblen Lebensphase. Hebammen haben eine staatlich geregelte Schweigepflicht und ein Zeugnisverweigerungsrecht.

In den ethischen Grundsätzen wird außerdem der respektvolle Umgang der Hebammen untereinander und mit Hebammenschülerinnen festgehalten. Es wird erwartet, dass sie relevante medizinische und politische Entwicklungen (kritisch) verfolgen und ihr Wissen in Aus–, Fort– und Weiterbildungen erweitern. Dies dient der Qualitätssicherung ihrer beruflichen Fähigkeiten.
Neue Entwicklungen auf den Gebieten der Geburtshilfe, Reproduktionsmedizin und Genforschung werden von ihnen mit kritischer Aufmerksamkeit beobachtet.

Gemeinsam bemühen sich Hebammen um gesellschaftliche Anerkennung und gerechte Entlohnung.
Kurz und knapp gesagt: Für die Ausübung ihres Berufes bedarf eine Hebamme einer abgeschlossenen, staatlich anerkannten Ausbildung. Die Ausbildung befähigt sie, Frauen mit Rat und Fürsorge durch die Schwangerschaft, Geburt und durch das Wochenbett zu begleiten, normale Geburten zu leiten sowie frühzeitig Komplikationen festzustellen. Die Versorgung von Neugeborenen, die Dokumentation des Geburtsverlaufes und die Überwachung des Wochenbetts gehören ebenso zu den Ausbildungszielen von Hebammen.
Ob in einer Klinik, einem Geburtshaus, einer Praxis oder zu Hause – Geburten finden unter der Verantwortung von Hebammen statt. Kein Arzt darf ohne die Anwesenheit einer Hebamme eine Geburt durchführen (mit Ausnahme von Notfällen) und ist verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass im Falle einer Geburt eine Hebamme dazu gerufen wird.